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Express Yourself

Dies ist sicherlich von Madonnas Songs der zweiten Hälfte der 80er Jahre derjenige, zu dem man am besten tanzen kann. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere hatte sich die damalige Mrs. Ciccone Penn Ende der 80er Jahre parallel zu ihrer Zeit als Ehefrau musikalisch mehr auf melodiöseren Pop als auf fetzige Dance-Musik konzentriert, und kehrte mit zwei der elf Songs auf ihrem "Like a Prayer"-Album gleich nach ihrer Scheidung zu ihren Disco/Funk-Wurzeln zurück. Sie bildeten die extrovertiert-ambitionierte Abwechslung auf einem ansonsten sehr introvertiert-nachdenklichem Album, das vollgepackt war mit autobiographischen und vergangenheitsbewältigenden Texten. Musikalisch bezeichnete Madonna "Express Yourself" als Ehrerbietung an die 70er Jahre Musik von Sly and the Family Stone. Textlich gesehen enthält das Lied die Madonna-Botschaft schlechthin: Drück aus, was Du willst und fühlst und respektier Dich selber! Wenn Du etwas willst, dann zeig es auch. Madonna singt die Botschaft lauthals und auffordernd heraus.
Besonders aufwändig und genial war das Video zu "Express Yourself" (Kosten: 4 Millionen Dollar). Angelehnt an den Film "Metropolis" von Fritz Lang aus dem Jahr 1926 lässt Madonna zwei zuvor völlig getrennte Welte - eine "obere" und eine "untere" - in der Schlussszene in einem Liebesakt aufeinander treffen.

Im Laufe der Jahre hat sich Madonna wie keine andere Frau ihrer Generation zu einer Art postmodernen Frauen-Ikone entwickelt, die optisch all ihre Weiblichkeit zur Schau stellen kann, sich aber gleichzeitig Eigenschaften herausnimmt, die traditionell den Männern vorbehalten sind: Ehrgeiz, Karriere, Willensstärke, Spaß am Sex, Offenheit und Direktheit. Doch nicht nur für das Recht zum "Express Yourself" der Frauen, sondern auch für mehr Respekt und Rechte für Minderheiten wie Schwule, Lesben und Farbige hat Madonna in ihrer ganzen Karriere immer wieder das Maul aufgerissen, und dafür innerhalb dieser Gruppen viel Respekt und Anhängerschaft gewonnen.

Eine von Madonnas großen Stärken ist sicherlich, dass sie es immer wieder schafft, Underground-Kunst und Underground - Themen aufzuschnappen und einem breiten Publikum vorzustellen. Einige mögen dies als Raubbau bezeichnen, für andere gilt es wiederum als innovativ und mutig, wenn sich ein Star von Madonnas Status immer wieder an Themen und Kunst aus Randgebieten traut, und diesen dadurch erst die Chance gibt, von einer Mehrheit wahrgenommen zu werden. Sicherlich haben andere weibliche Superstars wie Whitney Houston, Mariah Carey oder Celine Dion sich bislang nicht von ihren vertrauten Erfolgsmaschen entfernt, und sich in ihrer Karriere lieber brav und gefällig auf erfolgsverwöhnte, namhafte Mainstream-Produzenten und Songschreiber sowie auf ihre klangvollen Stimmen verlassen. Dadurch, dass Madonna immer wieder ihr Maul aufgerissen hat, Kontroversen, Angriffspunkte und Provokationen hervorrief, und stets - wie in der Botschaft "Express Yourself" auf den Punkt gebracht - das ausdrückte, was sie zu sagen hatte, ist ihr Image und ihre Arbeit nur wenig mit denen der typischen weiblichen Superstars zu vergleichen.



Änderung

Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:03:22 Uhr.

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