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Frozen

"Frozen" ist nach "Vogue" Madonnas größter Hit der neunziger Jahre. Einzig das "Titanic"-Fieber, das Celine Dions "My heart will go on" in immense Verkaufshöhen trieb, hielt die Single im Frühjahr 1998 davon ab, weltweit die Nummer 1 zu werden.

Das Lied ist dramatisch und meditativ zugleich. Neben der Dramatik hat "Frozen" viel mit der Mystik und der musikalischen Komplexität von "Like a Prayer" gemeinsam. Inhaltlich könnte behauptet werden, neun Jahre nach dem Lied über die Bedeutung des Katholizismus in Madonnas Leben und der Stärke, die sie aus dem Gebet zieht, kommt das Lied über die Bedeutung der Spiritualität und der Stärke, die sie mittlerweile aus Yoga und anderen Praktiken zieht. Mit einer brillianten Gesangsleistung besingt Madonna die Öffnung des Herzens durch Abkehr vom üblichen Streben nach Materialismus und Egoismus. Statt "Life is a Mystery - Everyone must stand alone " heißt es nun im Intro:

"You only see what you're eyes want to see - How can life be what you want it to be
You're frozen when your heart's not open!
You're so consumed with how much you get - you waste your time with hate and regret
You're broken when you're heart's not open"

Nachdem Madonnas Präsenz in den Hitparaden in den Jahren 1995 bis 1997 vor allem aus klassisch-zeitlosen Balladen bestand ("Take a Bow", "You'll see", "Don't crie for me Argentina"), war die Zeit reif, neue musikalische Wege zu gehen, oder Madonna wäre sich und ihrem ständigen Eifer nach neuen Images und künstlerischen Experimenten nicht treu geblieben. Obwohl sie auf dem "Bedtime Stories"-Album (1994) bereits einige Kostproben abgegeben hatte für einen europäischeren Sound mit zeitgemäßen Trance- und Ambient Dance-Rhythmen (u.a. der Song "Bedtime Story", geschrieben von Björk, "Sanctuary" und "I want you" vom "Something to remember"-Album) wäre niemand darauf gekommen, dass sie diesen Schritt mit ihrem 1998er Album "Ray of Light" konsequent weitergehen würde. Wie sehr unüblich für einen amerikanischen Künstler, hatte sie über den Tellerrand ihres Heimatstaates hinweggeschaut, und sich mit unkonventionellen und vergleichsweise unbekannten englischen Prduzenten (Massive Attack, Nellee Hooper und vor allem William Orbit) ins Studio gewagt. Doch William Orbit widersprach entschlossen dem Vorurteil, er alleine sei verantwortlich für den neuen Madonna-Sound. Stattdessen sei es in totaler Zusammenarbeit entstanden: "Wenn ich völlig fertig war und erschöpft nach Hause gehen wollte, sagte sie nur, ich könne ja schlafen, wenn ich tot bin. Man sieht in ihr nur die Entertainerin, die Pop-Ikone, und nimmt kaum wahr, dass sie auch eine großartige Produzentin ist."
Wenn die Produktion von "Frozen" und der anderen Lieder auf dem Album mit der Herstellung eines Kleidungsstückes verglichen werden kann, wäre das so, als ob ein typischer - obgleich innovativer - Schnitt zugrunde liegen würde, der Stoff und alle Materialien allerdings völlig neu wären. Die Reaktionen der Kritiker und Käufer auf "Ray of Light" waren besser denn je. Seit "Like a Prayer" wurde kein Madonna-Album mehr gelobt und verkauft. Gleich drei Grammys konnte Madonna für ihr Album einheimsen.

Grund für den Umsatz des Albums war sicherlich nicht zuletzt diese spirituell angehauchte Trance-Ballade "Frozen". Und nicht nur die Musik war im starken Gegensatz zu der Zeit ihres Balladen- und Evita-Albums. Passend zum spirituellen Lebensgefühl und dem ausgelebten Mutterglück hatte sich auch ihr Erscheinungsbild von der Grande Dame zur bodenständigen Frau entwickelt mit nie zuvor an ihr gesehen bequemen, fast schon schlampigen Outfit. Statt klassisch-strenger Knotenfrisur gab's nun zottelige Engelslocken.
Trotz des Techno-Sounds ist "Frozen" eine vor allem eine melodiös-melancholische Ballade mit vielen Streicher-Passagen geblieben, und gerade die Mischung aus beidem gibt dem Lied seine Klasse.
Persönlich verbinde ich mit dem Lied, dass ich zu der Zeit, als es ein Hit war, das bekommen habe, was ich in meinem Leben mehr wollte als irgend etwas anderes auf der Welt.



Änderung

Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:03:05 Uhr.

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