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Disco-Queen

Back to the roots - Zurück auf die Tanzfläche

Madonna mit ihren Kindern

Lola und Rocco als Fee und Ritter verkleidet in der Zeitschrift "Vogue" (2005)


Nach pazifistisch-weltverbesserndem "Kabbala-Kinderbuch-Mama"-Image besann sich Madonna im Herbst 2005 auf ihre Wurzeln als Pop-Queen, die ihr Publikum vor Allem zum Tanzen bewegen will. Das neue Kapitel ihrer Karriere begann nicht gerade viel versprechend: Ausgerechnet an ihrem 47.Geburtstag, dem 16. August 2005, brach sie sich beim Ausritt auf einem Pferd, dass ihr Gatte Guy Ritchie geschenkt hatte, mehrere Rippen und das Schlüsselbein. Einige entscheidende Projekte, wie der Videodreh zu ihrer nächsten Single und ein neuer Werbevertrag, drohten zu platzen. Doch die kampferprobte Madonna ließ sich von keinem Arzt der Welt davon abhalten, schon zwei Wochen nach dem Unfall einen Werbespot für den Handy-Hersteller Motorola aufzunehmen und kurz darauf mit Armschlinge zu mehreren Premieren des neuen Guy Ritchie-Films "Revolver" zu erscheinen. "Revolver" erwies sich nicht als Glück, wurde - trotz unbestreitbarer Qualitäten - gnadenlos verrissen und floppte. Hinzu kam, dass der Schnitt ihres Dokumentarfilms "I`m going to tell you a secret" zur Re-Invention-Tour auch ein Jahr nach deren Ende einfach nicht fertig werden sollte.

Die Disco-Föhnwelle

zum Album "Confessions on a Dancefloor"

Doch Madonnas Zähigkeit zahlte sich aus, und von heute auf morgen wendete sich das Blatt. Die Tour-Doku wurde Ende Oktober bei den Premieren-Aufführungen, die unter Anderem an New Yorker Universität stattfanden, gut aufgenommen. Und auch musikalisch kündigte sich wieder Erfolg an. Madonnas Auftritt als Opening-Act bei den mtv European Music Awards wurde zu einem riesigen Triumph. Sie stahl mit der Performance ihrer neuen Single "Hung Up" allen anderen Stars die Show und sogar Robbie Williams, zu dieser Zeit der größte Popstar in Europa, schwärmte bei der Entgegennahme seines Preises zum Sänger des Jahres: "Ich möchte nur sagen, wie sehr ich Madonnas Auftritt genossen habe. Sie ist eine absolute Legende und lässt uns alle aussehen wie Amateure." Ähnlich euphorisch begann am folgenden Tag der Verkauf von "Hung Up". Rekordverkäufe in den Plattenläden und Download-Sites machten das Lied zur Nummer Eins in ganz Europa - sogar für neun Wochen in Deutschland, wo sie diese Position zuvor erst mit zwei Singles erreicht hatte. Bei ihrem Auftritt im deutschen Fernsehen bei "Wetten dass" am 5. November konnte Madonna sogar das ansonsten sehr passive Saalpublikum begeistern. Schätzungen zufolge wurde "Hung Up" (neben Shakiras "Hips don't lie") zur erfolgreichsten Single der 2000er Dekade.
Plötzlich war das Madonna-Fieber zurück gekehrt. Sogar die Kritiker spielten mit und lobten das neue Album "Confessions on a Dancefloor" in höchsten Tönen: "Ja, das ist es, darauf hat die Welt gewartet" schrieb die FAZ, "Bei Madonna ist der Groove wieder im Haus" die ZEIT, "Wenn wieder Musik möglich ist, die so brillant, überzeugend und unverfroren auf die mächtigsten und niedrigsten Instinkte des Dancefloors zielt... " und "... sie hat uns hier wieder Momente des reinen musikalischen Glücks geschenkt, und genauso muss es sich anfühlen, wenn ein neues Madonna-Album im Laden steht" die Süddeutsche Zeitung. Natürlich gab es auch Häme, z.B. vom Stern und SPIEGEL, doch die zielte nicht auf die Musik, sondern auf Madonnas Alter ab. "Wie lange noch...?", "man sollte es genießen, es könnte das letzte Mal sein" oder, "ihr Körper wird das Energiebündel aufhalten" heißt es dort. Als hätte Madonna derartige Angriffe auf ihr Alter vorausgesagt, konterte sie auf dem letzten Lied des Albums, "You can love me, or leave me, but I'm never gonna stop".

Stuart Price

Beim Soundtüfteln

mit Stuart Price

Die Entstehung des neuen Albums war bei Weitem nicht so zielstrebig wie es als fertiges Werk klang. Mit dem britischen Musiker und DJ Stuart Price hatte Madonna zunächst mit der Arbeit an einem Musical begonnen. Stuart Price konnte mit seinen 28 Jahren bereits beachtliche Erfahrungen als Musikproduzent aufweisen. Schon als Kind lebte er Mitte der achtziger Jahre seine Begeisterung für den Synthie-Pop im Stil der Pet Shop Boys mit einem Synthesizer aus. Als Jugendlicher baute er sich euphorisch nach und nach ein eigenes Studio im Elternhaus auf. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre gründete er unter dem Pseudonym Jacques Lu Cont mit einem befreundeten Brüderpaar die Band Les Rhythmes Digitales, der nach ihrem Debütalbum eine große Karriere vorausgesagt wurde. Dieser Weg wurde unterbrochen, als Madonna ihn auf Empfehlung ihres Produzenten Mirwais für ihre Drowned World Tour 2001 engagierte, und kurz darauf zum Musical Director der Tour beförderte. Seit dieser Zeit gehörte er zur engeren Madonna-Crew, und verpasste ihren alten Hits für die Re-Invention-Tour einen neuen Sound. Neues Material durfte er allerdings bis zu dem geplanten Musical noch nicht mit Madonna produzieren. Das Musical enthielt einen Disco-Akt, für den Madonna einen Sound verlangte, der sich wie "Abba in der Zukunft" anhören sollte. Daraufhin brachte Price die Idee eines Samples des Abba-Klassikers "Gimme Gimme", den er kurz zuvor mit begeisterter Resonanz in seinem Job als DJ vor Publikum ausprobiert hatte, ins Spiel. Madonna hielt zu dieser Zeit wegen der Kosten für die Urheberrechte nicht viel von Samples, konnte aber recht schnell für die Arbeit an dem im Folgenden entstandenen Song "Hung up" begeistert werden. Richtige Begeisterung kam auf, als Price das Lied erneut als DJ vor Publikum spielte. Als Madonna das fertige Drehbuch für das geplante Musical vorgelegt wurde, stieß es bei ihr auf wenig Begeisterung. Viel lieber wollte sie nun mit Stuart Price ein neues Album voller Dance-Songs aufnehmen, und die beiden machten sich ans Werk. Das Ergebnis war das Album "Confessions on a Dancelfoor", dass weltweit in 29 Ländern die Spitzenposition der Charts erreichte und sich trotz der kontinuierlich sinkenden CD-Verkaufszahlen seit der Jahrtausendwende im ersten halben Jahr etwa sieben Millionen Mal verkaufte, bis 2008 schließlich sogar deutlich über acht Millionen Mal. Price und Madonna sollten in der Folgezeit in den Medien nicht nur beruflich als Einheit betrachtet werden. Anfang 2006 mehrten sich die Gerüchte, die beiden hätten eine Affäre, wodurch es in der Ehe mit Guy Ritchie heftig kriseln sollte.

The Confessions Tour

Madonna live

kontrovers vor dem Kreuz

Eine tatsächliche Affäre zwischen Price und Madonna wurde von Beiden nicht bestätigt. Stattdessen bestätigten sie ihr nächstes gemeinsames Großprojekt, die "Confessions"-Tour. Diese führte nicht nur nach Nordamerika und Westeuropa, sondern auch nach Osteuropa (Prag und Moskau) und - erstmals seit 1993 - wieder nach Japan. Im Vergleich zur 2004er Tour gab es weniger Greatest Hits, dafür nahezu jedes Lied vom aktuellen Album. Auch der mittlerweile in Fan-Kreisen populäre junge Tänzer Cloud, von dem Madonna seit der Re-Invention-Tour begeistert war, gehörte wieder zur Besetzung. Nach zehn Wochen Proben fand die Premiere am 21. Mai 2006 in Los Angeles statt. Die meisten Kritiker waren begeistert, allerdings sorgte ihre Performance von "Live to tell", bei dem Madonna in Anlehnung an Jesus mit einer Dornenkrone auf dem Kopf an einem riesigen Kreuz hängt, für einen Skandal. Die Botschaft des Auftritts, mit dem sie auf die Aids- und Hungerkatastrophen in Afrika hinweisen wollte, wurde an dem im Hintergrund gezeigten Bildern und Statistiken deutlich. Unabhängig von dieser humanitären Aussage erhielt Madonna im Zuge ihres Konzerts in Düsseldorf eine Anzeige wegen Gotteslästerung von einem Bürger aus Neuss. Diese wurde allerdings nach Prüfung von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. In Amsterdam gab es von einem Priester eine Bombendrohung. Die russische Mafia drohte mit Mord oder Entführung ihrer Kinder, falls sie den Kreuzigungs- Auftritt beim Moskau-Konzert durchziehen sollte. Es bliebt bei den Drohungen, und Madonna und ihre Familie kamen unbeschadet davon.

Nach langen Verzögerungen veröffentlichte Madonna kurz nach dem Tourstart endlich die von den Fans sehnlichst erwartete Dokumentation "I`m going to tell you a secret". Als Bonus zur DVD gab es erstmals eine offizielle Live-CD mit mehreren Songs der Konzerte von 2004. Etwa zur gleichen Zeit wurde von der schwedischen Modekette H&M eine Zusammenarbeit mit Madonna angekündigt. Madonna entwarf eigens dafür einen Trainingsanzug. Obwohl der Anzug selber nicht in allen Ländern ein großer Verkaufsrenner wurde, konnte H&M im Zuge der medienwirksamen Kampagne im dritten Quartal 2006 ein Rekord-Ergebnis erzielen.
Madonna beendete ihre Confessions Tour am 21. September in Tokio. Sofort stand fest, dass die Einnahmen in Höhe von 194 Mio. Dollar den bisherigen Rekord-Umsatz, der je bei einer Tour einer Sängerin erzielt wurde, brechen würde (Zuvor hatte Cher mit ihrer zweijährigen Abschieds-Tournee 192 Mio. Dollar erzielt). Diese Zahlen verdeutlichen zum Einen, dass Madonna nach mehr als 20 Jahren immer noch zu den Top-Stars der Branche zählte, zum Anderen, dass sich die Einnahmequellen der Popstars deutlich verlagert hatten: In den Jahrzehnten zuvor waren noch Tonträger die „Cash-Cows“ der Popstars, und Tourneen dienten vor Allem als Promotion für aktuelle Alben. In Zeiten deutlich sinkender Alben-Verkaufszahlen und nahzu bedeutungslosem Single-Markt konnten die großen Stars bei deutlich steigenden Konzertticket-Preisen ihre Neuveröffentlichungen eher als Material für eine Tournee ansehen.

David

Madonna in Afrika

Mit Kindern aus einem Waisenhaus

Gleich nach Beendigung der Confessions Tour reisten Madonna und Guy Ritchie ins afrikanische Malawi. Dieses zweitärmste Land der Welt, in dem auf Grund von Hungersnot und Aids-Epidemie mehr als eine Millionen Kinder als Waisen lebten, sollte Inhalt des Projekts „Raising Malawi“ werden. Etwa 4.000 Waisenkindern sollte im “Consol Homes Raising Malawi Orphan Care Center” ein neues Zuhause mit besserer Ernährung, Ausbildung und sozialer Erziehung gegeben werden.
Das Hilfsprojekt trat in der Berichterstattung in den Hintergrund, als die Presse dahinter kam, dass Madonna in Malawi den dreizehn Monate alten David adoptieren wollte. Ihr wurde vorgeworfen, den Jungen aus PR-Gründen oder als eine Art Afrika-"Souvenir" mitnehmen zu wollen. Als Meldungen aufkamen, dass laut malawischem Adoptionsrecht niemand ein Kind adoptieren dürfe, der sich nicht 18 Monate im Land aufgehalten habe, hieß es, Madonna habe David mit ihrer Prominenz und ihrem Geld erkauft. Madonna nahm David mit nach England und hatte binnen kürzester Zeit ihren nächsten Skandal. Tagelang dominierte das Thema Adoption die weltweiten Schlagzeilen. Als Reaktion auf die heftigen Presse-Reaktionen, die Madonna laut eigener Aussage mehr schmerzten als jede andere der vielen Presse-Geschichten über sie, sprach sie Ende Oktober im US-Fernsehen in der massenwirksamen Oprah-Winfrey-Show. Dabei dementierte sie, einen Fehler begangen zu haben. Nach Madonnas Aussage hätten Guy und sie bereits zwei Jahre zuvor den Entschluss zu einer Adoption getroffen. Der Auftritt bei den Live8-Konzerten im Sommer 2005 hätte sie dazu bewogen, sich für ein Kind aus Afrika zu entscheiden. Nach ihrer Entscheidung, sich künftig intensiv um ein Hilfsprojekt für Malawi zu engagieren, sei es für sie nur eine logische Konsequenz gewesen, dort nach einem Kind zu schauen. Auf Warnungen von Bekannten, sich auf Grund des uneindeutigen Adoptionsrechts von Malawi lieber auf ein Land wie Äthiopien zu konzentrieren, sei sie nicht eingegangen. Auf den dreizehn Monate alten David, für den sie sich schließlich entschied, sei sie bei einem Gespräch mit einem achtjährigen aidsinfizierten Mädchen, das den Jungen auf den Arm hielt, gestoßen. Die Mutter des Jungen war zwei Wochen nach seiner Geburt gestorben, und seitdem lebte er, überschattet von Tuberkulose und Malaria-Krankheit, im Waisenhaus.
Widersprüchliche Aussagen kamen vom Vater des Jungen, der zu in seinem afrikanischen Dorf nun wochenlang von Journalisten und Hilfsorganisationen massiv belagert wurde. Einerseits bestätigte er seinen Wunsch, dass Madonna den Jungen aufziehen solle, und kritisierte dabei den Belagerungszustand durch Presse und Hilfsorganisationen. Ein anderes Mal sprach er davon, nicht gewusst zu haben, dass Madonna und Guy Ritchie David adoptieren wollten. Madonna erklärte, dass Davids Kontakt zu seiner Heimat und Familie fördern wolle, indem sie ihn künftig auf ihre regelmäßigen Besucher im Rahmen ihres Hilfsprojekts mitnehmen würde. Außerdem wolle sie ihm ermöglichen, einmal selber seinem Heimatland helfen zu können.

Karitativ und geschäftstüchtig

Fast komplette Familie Ritchie

zur England-Premiere von "Arthur and the Invisibles"

Laut Wirtschaftsmagazin "Forbes" schloss Madonna das Jahr 2006 mit persönlichen Einnahmen von 96,8 Millionen Dollar ab.
Und, als ob das noch lange nicht genug sei, begann Madonna das Jahr 2007 mit der Promotion ihrer Live-DVD-/-CD "The Confessions Tour" und des Animations-Films "Arthur and the Invisibles", für den sie die Figur der Prinzessin Selenia synchronisiert hatte.
Im März folgte die zweite Kampagne für die Bekleidungskette H&M. An der Kreation der dabei verkauften Kleidungsstücke soll Madonna dieses Mal sogar selber beteiligt gewesen sein. Ebenso beteiligte sich Madonna - erstmalig als Regisseurin - am Dreh des zugehörigen Werbespots. Die H&M-Aktion "M by Madonna" wurde in vielen Ländern ein Erfolg.
Im April begann Madonna mit der Arbeit an Songs für ein neues Album. Außerdem reiste sie im selben Monat in Begleitung ihrer mitllerweile zehnjährigen Tochter Lourdes in die Heimat ihres Adoptivsohns David, nach Malawi. In Vorbereitung der am 7. Juli stattfindenden Live Earth Konzerte gegen den Klimawandel stellte Madonna Anfang Mai im Internet den Song "Hey You" zum Download zur Verfügung. Überraschung dabei war, dass das Lied zusammen mit dem Hip-Hop-Produzenten Pharell Williams entstanden war, aber dennoch eher Midtempo-Pop mit Folksong-Elementen war. Noch im selben Monat betätigte Madonna sich erneut als Film-Regisseurin und drehte in London den Kurzfilm "Filth and Wisdom". Nebeneffekt der vielen Frühlings-Aktionen von Madonna war, dass die Medien aufs Neue massiv über das Ende der Ehe mit Guy Ritchie spekulierten.
Natürlich erhielt Madonnas Auftritt beim Live Earth-Konzert große Aufmerksamkeit. Dabei war das Lied "Hey You", bei dem sie von einem Schülerchor in Uniformen unterstützt wurde, gar nicht mal der Höhepunkt. Stattdessen konnte sie vor Allem durch "la isla bonita", das sie in Begleitung des Gypsy-Punk-Duos Gogol Bordekki sang, zu einem der großen Highlights des Konzerttages avancieren. Der Auftritt bei Live Earth blieb die öffentlichkeitswirksamste Aktion eines Jahres, in dem Madonna für ihre Verhältnisse relativ wenig im Rampenlicht stand. Dazu passte die Tatsache, dass es seit 1982 das erste Jahr war, in dem sie keine einzige Single in den US-Charts platzieren konnte.


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Änderung

Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:02:14 Uhr.

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