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Millenium-Cowgirl

Auf ins 3. Jahrtausend


Das dritte Jahrtausend begann sehr erfolgreich für Madonna: Gleich zu Beginn des Jahres 2000 schoss Ihre Coverversion des Don McLean Klassikers "American Pie" unaufhaltsam an die Spitze zahlreicher Charts. Hätte sie die Single auch in den USA auf den Markt gebracht, wäre sie eventuell eine ihrer meistverkauftesten Singles geworden.
Demgegenüber dürften die mäßigen Kritiken und Einspielergebnisse ihres Film "The next best thing" (dt. Titel: "Ein Freund zum Verlieben") ein Wermutstropfen für Madonna gewesen sein. Mit einem Einspielergebnis von 15 Mio. Dollar in den USA blieb er deutlich hinter den Erwartungen zurück und wurde ihr erster Flop nach dem Evita-Erfolg.

Music für's neue Jahrtausend

Zwischen Herbst 1999 und Frühjahr 2000 arbeitete Madonna an einem neuen Album. Der mittlerweile bewährte und Erfolg versprechende "Ray of Light"-Partner William Orbit, dessen unverwechselbarer Sound in den Milleniums-Jahren durch Kooperationen mit All Saints ("Pure Shoes", "Black Coffee"), Blur und später auch mit P!ink vor Allem in den weltweiten Radiostationen rauf und runter lief, geriet bei diesem neuen Album eher in den Hintergrund. Stattdessen nahm Madonna für die meisten Lieder den Franzosen Mirwais ins Produktions-Team. Madonnas Begeisterung für ihre "Neuentdeckung" war so groß, dass sie ihn gleich für ihr Platten-Label "Maverick" unter Vertrag nehmen wollte. Auch die übrige Musikwelt reagierte, und schenkte dem intellektuell-melancholischem Franzosen mit italienischen und afghanischen Eltern bereits in den Monaten vor der Album-Veröffentlichung starke Aufmerksamkeit.
Einen ersten Eindruck von der Zusammenarbeit mit Mirwais bekam die Öffentlichkeit mit der Vorab-Auskopplung aus dem Albums, dem Titelsong "Music". Die Single wurde ein enormer Erfolg und in Europa und den USA Nummer 1. Damit konnte Madonna bereits nach wenigen Monaten zwei Riesenhits für das neue Jahrtausend verbuchen. Und auch das neue Album "Music" schlug nach der Veröffentlichung im September ein wie eine Bombe. Es eroberte auf Anhieb in 26 Ländern den Spitzenplatz der Charts. Gleich in der ersten Woche gingen mehrere Millionen Exemplare von „Music“ über die internationalen Ladentheken, und es wurde zu einem der schnellstverkauftesten Alben aller Zeiten. Erstmals seit "Like a Prayer" (1989) erreichte ein Madonna-Album die Nummer 1 der US-Album-Charts. Nach einem halben Jahr hatten sich die Verkaufszahlen von „Music“ weltweit auf über acht Millionen aufsummiert. Schließlich wurde es das sechste Madonna-Album mit Verkaufszahlen in zweistelliger Millionenhöhe.

Cowgirl Madonna

Der ein oder andere Käufer musste sich zunächst an die Klänge und die Experimente mit Madonnas Stimme gewöhnen. Doch Music" war nicht das erste Madonna- Album, dass ein "Déjà-vu"-Erlebnis benötigte, bevor es langfristig begeistert. Neben dem funkig-rhythmischen Dance-Sound der ersten drei Lieder auf dem Album gab es Midtempo-Songs ("Amazing", "Nobody's perfect"), melancholische Electro-Sound-Balladen ("Gone", "Paradise") und von Madonna absolut nicht gewohnte Gitarren-Pop-Klänge ("I deserve it", "Gone", "Don't tell me"). Insgesamt gelang auf dem Album ein Spagat zwischen einerseits spacigem, stark auf Technik, Vocoder und Produktion setzenden Elektronik-Funk und andererseits sehr organischem, stark auf Stimme und Gitarre setzenden Folk-Rock.
Langeweile gab es in Madonnas Karriere Ende 2000 nicht. Dafür sorgte unter anderem eine Club-Tournee mit Stationen in New York, London und Paris, ein Auftritt bei den mtv Europe Music Awards, bei dem sie alle anderen anwesenden Stars in den Schatten stellte und nebenbei zwei Preise ("Beste Sängerin", "Bester Dance-Act") einheimste sowie eine Promotion-Tour durch mehrere Fernseh-Shows (u.a. "Wetten dass", "Top of the Pops" und die "David Lettermann Show"). Bei der "David Lettermann Show" sah man Madonna erstmals in der Öffentlichkeit Gitarrespielen zu einer Live-Interpretation ihrer Single "Don't tell me". Ein 30-minütiges Konzert in London's Brixton Academy vor 2.800 Fans und geladenen Gästen im November im Londoner Stadtteil Brixton sorgte für einen großen Medienrummel sowie Schwarzmarkt-Ticketpreisen bis zu 1.800 britischen Pfund und wurde gleichzeitig von 9 Millionen Zuschauern im Internet verfolgt.

Familie statt Exzentrik

Sommer 2000

Madonna hochschwanger

Neues Album - neues Image, so lautet Madonnas Devise seit Beginn ihrer Karriere. Und auch dieses Mal ließ sich nicht im Entferntesten erahnen, mit welchem Image Madonna zurückkommen würde. So unterschiedlich Madonnas Images - vom frech-punkigem Großstadt-Flippie über Marilyn der achtziger Jahre, freidenkend-provozierender Diva, Sex-Göttin, balladesker Grand-Dame bis hin zur spirituell-exotischer Yoga-Mama waren, so hatten all diese Facetten doch eines gemeinsam: eine gehörige Portion Exzentrik. Wie konnte Madonna da mehr überraschen, als mit einem neuen Image, das sie so zeigt, wie man sie nie zuvor gesehen hat: völlig bodenständig, irdisch und unexzentrisch: Im Film "The next best Thing" sah man Madonna erstmals nicht in der Rolle der Diva oder des Stars, sondern als ganz normale Frau und Mutter. Immer häufiger wurde Madonna im Jahr 2000 beobachtet, wie sie in völlig unauffälligem Outfit Familienleben praktizierte. Schnappschüsse vom März 2000 zeigten Madonna sogar in Anorak und Schlabber-Jeans beim familiären Autowaschen mit ihrer Tochter und ihrem Lebensgefährten. Spätestens mit der Geburt ihres Sohnes Rocco Ritchie am 11. August 2000 konnte sie auch den größten Skeptiker von ihrem neuen bodenständigen Familienwesen überzeugen. Insgesamt konnte man Madonnas Musik und Auftreten im Vergleich zur "Ray of Light"-Ära als weniger sphärisch, spirituell und schwebend, und dafür als bodenständiger und erdiger bezeichnen. Dem Album ist anzuhören, dass Madonna in dieser Lebensphase Glück und Aufbruchstimmung verspürte.
Trotz der Tendenz zu Bodenständigkeit verzichtete Madonna 2000 nicht völlig auf Aufsehen erregende und nachahmenswerte Outfits. Das Motto war das "All American Cowgirl". Mit ihrer ironischen Anlehnung an den Country- und Western-Style war sie damit erneut Trendsetterin der Saison. Im Video zu "American Pie" tanzte Madonna - obwohl sie gerade einen neuen Wohnsitz in England bezogen hatte - vor der US-Flagge mit zerfetzter, provokant-tiefsitzender Jeans. Zu Album und Single „Music" präsentierte sich Madonna selbstbewusst als "Glamour Hilly Billy Cowgirl", wobei die Ironie abwechselnd in Richtung Country und in Richtung Macho-Rap zielt. Im Video zu "Don't tell me" spielte Madonna das Cowgirl-Image schließlich an die Spitze. Ebenfalls große Beachtung fand ihr spielerischer Umgang mit T-Shirts, auf denen sie abwechselnd in großen Buchstaben die Namen anderer Sängerinnen (Britney Spears, Kylie Minogue), ihrer Kinder oder ihren Spitznamen "Material Girl" trug. Als Folge hoffte jedes "Pop-Sternchen", ihren Namen als nächstes auf Madonnas T-Shirt zu erspähen. Dass junge Mädchen und Frauen in der neuen Saison verstärkt bedruckte T-Shirts und Cowboy-Hüte trugen, und ein bis zum Ende des Jahrzehnts anhaltender Hüfthosen-Trend ausgelöst wurde, war unübersehbar Madonnas Einfluss.

Taufe

mit Guy und ihrem Sohn Rocco

In den Tagen vor Heiligabend 2000 versammelte sich die weltweite Paparazzi - Meute in Dornoch, einem ansonsten verschlafenen Ort im schottischen Hochland. Madonna und Guy Ritchie feierten dort zunächst die Taufe ihres Sohnes Rocco und am nächsten Tag ihre Hochzeit. Zur Taufe wurde ein 51-jähriger Mann verhaftet, der sich in der Orgel der gotischen Kathedrale von Dornoch versteckt hatte. Eine weitere negative Begleiterscheinung war, dass die zuständige Pastorin Susan Brown von strenggläubigen Protestanten Morddrohungen erhielt, weil ihnen die Trauung zwischen einer Katholikin und einem Protestanten und die Taufe vor der Hochzeit missfiel.
Um die Paparazzi aus der Taufgesellschaft auszuschließen, wurden eigens einige ältere Gemeindemitglieder zum Gottesdienst eingeladen. Sie bekamen mit, wie Sting das "Ave Maria" zum Besten gab. Von der Hochzeit, die hinter den Mauern des Schlosses Skibo stattfand, sollten nie Fotos oder glaubwürdige Informationen in die Öffentlichkeit gelangen. Einen Nebeneffekt hatte der weltweite Medienrummel: Zahlreiche Heiratswillige, vor allem aus den USA, zeigten beim schottischen Fremdenverkehrsbüros Interesse, ihre eigene Hochzeit im schottischen Hochland durchzuführen. Aus Dankbarkeit für die Verdienste am schottischen Tourismus wurde Madonna ein Jahr nach der Hochzeit ein eigenes Schotten-Karomuster gewidmet.

Drowned World-Tour 2001

Madonna on stage

während der Drowned World Tour

Im Frühjahr 2001 sorgte nach vielen Jahren wieder ein Madonna-Video für einen Aufschrei. Im Clip zu "What it feels like for a Girl" setzte Madonna stark auf den makabren Humor ihres Gatten, der bei dem Werk Regie führte. Das Resultat war ein bissig-ironisches Werk, in dem Madonna als wild rasende, nicht vor Gewalt zurückschreckende Autofahrerin agierte.
Schließlich ging Madonna - nach acht Jahren Abstinenz- auf lang erwartete Welttournee. "Drowned World-Tour" hieß das Spektakel und die Tickets waren weltweit innerhalb von Minuten vergriffen.
Die ursprünglich bekanntgegebenen Eröffnungskonzerte in Köln wurden eine Woche nach dem Vorverkauf "wegen technischer Probleme" abgesagt. Viele deutsche Fans, die teilweise vor den Vorverkaufsstellen übernachtet hatten, um an Tickets zu gelangen, waren derart enttäuscht, dass sie Madonna-CDs wegschmissen. Schließlich begann die Tour am 9. Juni in Barcelona und führte durch Europa und die USA. Auf der Bühne konnten die Fans Madonna erneut in zahlreichen Images und Rollen bewundern. Nicht zuletzt als Hommage an ihre eigene Karriere präsentierte sie sich als Punk-Rock-Girl, als spanische Senorita, als Geisha und als Cowgirl. Natürlich bekamen die Fans eine perfekte Show geboten, jedoch zeigte Madonna an mehreren Entscheidungen, dass sie sich selber nicht mehr mit neuen Rekorden beweisen musste: So zog sie es - trotz großer Ticket-Nachfrage - vor, in Hallen statt in Stadien zu spielen. Außerdem spielte sie nur an drei bis vier Tagen in der Woche und nutzte die restliche Zeit für ihr Familienleben sowie das Kultur- und Einkaufsangebot der jeweiligen Stadt. Bei der Song-Auswahl ging es Madonna ebenfalls mehr um ihre eigenen Favoriten als um eine Aneinderreihung der größten Erfolge ihrer gesamten Karriere. Mit musikalischem Fokus auf den Alben "Ray of Light" und "Music" präsentierte Madonna weniger eine leicht konsumierbare Gute-Laune-Show, dafür eine (nicht ausschließlich positiv) aufwühlende, emotionale und atmosphärisch-düstere Show. Und während sie sich in ehrgeizigeren Jahren noch auf Schritt und Tritt für die Konzertdokumentation "In Bed with Madonna" von Kameraleuten verfolgen ließ, schottete sie sich nun mit ihrer Familie vom Medienrummel ab.

In der letzten Woche der Tournee wurde die Welt von den Anschlägen auf das World Trade Center schockiert. Madonna ging bereits zwei Tage nach der Katastrophe wieder auf die Bühne und spendete die Einnahmen ihrer drei letzten Konzerte sowie einen siebenstelligen Betrag ihres Vermögens in Los Angeles einer mit den Anschlägen im Zusammenhang stehenden Kinderhilfsstiftung. Während der Konzerte betete sie mit ihren Fans und wurde (als Reaktion auf patriotische "Amerika"-Rufe im Publikum) politisch mit Aussagen wie "Wenn ihr die Welt ändern wollt, fangt bei euch an", "Fangt lieber damit an, das Ganze global zu sehen" und den Aufruf an George Bush, dass Gewalt kein Mittel gegen Gewalt sei. Die damit demonstrierte pazifistische Haltung sollte ihr noch anderthalb Jahre später von patriotischen Amerikanern verübelt werden.

Rückzug ins Familiäre

Nach der Drowned-World-Tour signalisierte Madonna ihren Fans eine Pause, möglicherweise sogar einen Abschied aus dem Musikgeschäft. Familienglück und Selbstverwirklichung in der Schauspielerei standen mehr im Mittelpunkt als die Musikkarriere. Es schien, als seien Ehrgeiz, Disziplin und Perfektionismus zu Gunsten einer neuen Entspanntheit gewichen.
Ende September 2001 begann Madonna und ihr Mann mit den Dreharbeiten für einen neuen Film. Im Remake des italienischen Films "Swept away", der 1974 von Lina Wertmüller gedreht wurde, führte Guy Ritchie Regie und Madonna spielte an der Seite von Adriano Giannini, Sohn des Hauptdarstellers in der ursprünglichen Verfilmung, die Hauptrolle. Noch vor der Premiere sorgte der Film für Negativschlagzeilen. Es war die Rede von negativen Reaktionen eines Testpublikums, nachträglichen Neuaufnahmen einiger Szenen und mehrfachen drastischen Änderungen im Schneideraum.
Im November 2001 wurde Madonnas zweites Greatest-Hits-Album "GHV2" veröffentlicht. Madonna verzichtete auf größere Promotionsauftritte und nahm für das Album keine neue Songs auf. Lediglich ein von den Medien kaum beachteter Megamix mehrerer Madonna-Hits begleitete die Veröffentlichung. Diesen, für Madonna völlig untypischen Mangel an Engagement führen Insider darauf zurück, dass die Veröffentlichung des Albums vor Allem auf Grund von Vertragsverpflichtungen gegenüber der Plattenfirma erfolgte, und gleichzeitig erste Differenzen zwischen ihr und Warner Records aufkamen. Letztendlich waren von "GHV2" nach einem halben Jahr erst etwa ein Fünftel der seit 1990 von der "Immaculate Collection" verkauften Exemplare über den Ladentisch gegangen. Zur gleichen Zeit wurde berichtet, Madonna habe das 3-Millionen- Dollar-Angebot für den Titelsong des lang erwarteten, und mit mehreren Oscars ausgezeichneten Russell Crowe Film "A Beautiful Mind" abgelehnt, um sich stärker auf ihren eigenen neuen Film zu konzentrieren. Mit ihren Entscheidungen zeigte Madonna, dass sie in der ersten Hälfte des Jahrzehnts immer seltener nach Marketing-Gesichtspunkten und immer häufiger nach ihren persönlichen Bedürfnissen handelte.

Kaum hatten sich die Fans darauf eingestellt, dass Madonnas Prioritäten gegen Ende 2001 nicht in ihrer Musikkarriere lagen, sorgte ein Radio-Interview für Freude und Enttäuschung: Enttäuscht waren viele Fans und Kritiker von Madonnas Bekenntnis zur Jagd. Grund zur Freude dagegen waren die Äußerungen, dass sie ab Januar mit Mirwais zurück ins Studio gehen wolle und sogar zu möglicherweise folgenden Tourneen ein "Never say never" von sich gab.
Anfang 2002 wurde es in der Öffentlichkeit noch ruhiger um Madonna. Nur am Rande erfuhren die Fans, dass Madonna zur Aufnahme eines neuen Albums ins Studio gegangen sei. Doch kaum begonnen, brach sie die Aufnahmen schon wieder ab und bereitete sich auf ihr nächstes Projekt vor: Von Mitte Mai bis Mitte Juli war sie in London im Wyndham Theatre in dem Stück "Up for Graps" von David Williamson zu sehen. Es handelte sich um eine Satire über den Kunsthandel, in dem Madonna eine skrupellose New Yorker Kunsthändlerin spielte. Die Kritiken waren erneut häufiger negativ als positiv, und in der Vorpremiere am 14. Mai war Madonna die Nervosität deutlich anzumerken. Allen Kritikern zum Trotz waren die 700 Plätze des Theaters vom ersten bis zum letzten Auftritt von Madonna restlos ausverkauft. Von engen Vertrauten der Diva war zu hören, dass Madonna das Stück mit großer Freude spielte, und Selbstverwirklichungsmotive dabei im Vordergrund standen.


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Änderung

Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:02:07 Uhr.

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