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Spirituelle (Über-) Mutter

Zurück im Plattenstudio


Madonnas Tochter Lourdes Maria, kurz "Lola" genannt, wurde nach ihrer Geburt im Oktober 1996 schnell der neue Mittelpunkt im Leben der Popdiva. Lola veränderte Madonnas Leben stark und war eine große Inspiration, als Madonna im darauffolgenden Mai Madonna mit den Vorbereitungen zu einem neuen Album begann.
Ihre erste Anlaufstelle war dabei Babyface, mit dem sie erfolgreich bei "Take a Bow" zusammengearbeitet hatte. Doch als die ersten gemeinsamen neuen Lieder dem "Take a Bow"-Stil zu ähnlich wurden, entschied sich Madonna, lieber mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten. Sie wollte sich nicht wiederholen. Mit dem nächsten Partner - Rick Nowels, der schon Songwriter für mehrere US-Popdivas (u.a. Celine Dion und Anita Backer) war - entstanden innerhalb von neun Tagen drei Lieder, die später die balladeskere und emotionalere Richtung auf dem Album bilden würden ("The Power of Goodbye", "To have and not to hold", "Little Star"). Als dritten Partner nahm Madonna Patrick Leonard, mit dem einige der größten Hits ihrer Karriere (z.B. "Live to tell", "La isla bonita", "Like a Prayer") entstanden waren. Die beiden komponierten zusammen die Lieder "Frozen", "Skin", "Nothing really matters" und "Sky fits heaven".

Da Madonna einen völlig neuen Sound haben wollte, reduzierte sie Leonards Input für das neue Album auf das Songschreiben und begab sich mit den entstandenen Kompositionen zum britischen Produzenten, Remixer und Elektronik-Pionier William Orbit. In viereinhalbmonatiger Zusammenarbeit nahmen sie die bereits vorhandenen sowie einige weitere neue Songs (u.a. "Ray of Light", "Candy Perfume Girl", "Mer Girl") in einem Studio mit Bergen voller Maschinen und E-Gitarren auf. Beim Gesang konnte Madonna von ihrem intensiven Gesangstraining für "Evita" profitieren und spielte mit der neu entdeckten Bandbreite ihrer Stimme. Orbit war nach der Zusammenarbeit mit Madonna voll des Lobes: "Ich war seit langer Zeit nicht so inspiriert gewesen. Sie ist präzise und sicher, wenn sie kein Popstar wäre, könnte sie ein großartiger Produzent sein. Sie liebt wirklich Musik."

Das "Ray of Light"-Jahr 1998

Die Mühe um das neue Album "Ray of Light" sollte sich lohnen. Bereits einige Wochen vor der Veröffentlichung stellte Madonna im Februar 1998 ein paar Lieder des Albums bei einem kleineren Club-Konzert vor und koppelte weltweit die Single "Frozen" aus. Der Song wurde auf Anhieb ihr größerer Hit seit mehreren Jahren. Als "Ray of Light" erschien, wurde das Album von den Kritikern in höchsten Tönen gelobt, und es sollte ihr erstes Album mit zweistelligen Millionen-Verkäufen seit der "Immaculate Collection" (1990) werden. Madonna hatte sich endgültig vom Karriereknick nach dem "Sex"-Buch erholt und war zurück an der Spitze des Pop-Olymps. Auch William Orbit profitierte vom Erfolg des "Elektronik-Ray of Light-Sounds": Er avancierte zum begehrten Star-Produzenten.
Natürlich sah die Öffentlichkeit zum neuen Album auch eine neue Madonna vor sich: Madonna lebte nun ihre spirituelle und ihre mütterliche Ader aus. Die Spiritualität spiegelte sich zum Einen in den Texten und den sphärischen Klängen des Albums wider, zum Anderen aber auch in ihrer gesamten Erscheinung, die sich stark vom damenhaft Eleganten der vorangehenden Jahre unterschied. Stattdessen sah man Madonna über das ganze Jahr 1998 mit zotteligen Engelslocken, in Hippie-Gewändern, fernöstlichen Ethno-Kluften oder legeren Jeans. Im Frühjahr 1998 machte sie Henna-Tattoos an den Händen, die sie zu ihrem "Frozen"-Outfit trug, zum Modetrend der folgenden Monate und Jahre. Madonnas Hippie-Stil war nicht unbeeinflusst von ihrer damaligen Beziehung mit dem relativ mittellosen englischen Drehbuchautor Andy Bird, der selber eher einen Bohème- und Hippie-Lebensstil führte. Madonna huldigte ihre Erfahrungen mit Yoga, mit dem sie 1996 nach der Geburt ihrer Tochter auf Anraten von Sting begonnen hatte. "Entspanntes Yoga statt Hochleistungs-Fitness" war nun ihre Devise. Gleichzeitig mit dem Yoga hatte sie Ende 1996 mit dem Studium der jüdischen Glaubenslehre Kabbalah begonnen. Jedoch sollte es noch einige Jahre mit zahlreichen Studienerkenntnissen dauern, bis sie dieses Thema stärker in ihrer Arbeit und ihren Aussagen platzierte.

Nicht nur bei den Kritikern und Plattenkäufern hatte Madonna mit "Ray of Light" großen Erfolg. Auch renommierte Preisverleihungen konnte sie mit Händen voller Trophäen verlassen: Am Bedeutendsten waren dabei die mtv music awards im September 1998, bei denen der Clip zum Titelsong "Ray of Light" gleich mehrfach ausgezeichnet (u.a. als "Video des Jahres") wurde, und Madonna - leider mit recht abgekämpfter Live-Stimme - "Ray of Light" und "Shanti/Ashtangi" sang, sowie die Grammy-Verleihung im Februar 1999, bei der Madonna erstmals in ihrer Karriere mehrere Grammies einheimsen konnte und in einem Gaultier-Outfit à la chinesischer Geisha "Nothing really matters" sang. Der Erfolg von "Ray of Light" erstreckte sich weit ins Jahr 1999, in Deutschland hielt sich das Album über 80 Wochen in den Top100 und wurde mit dreifach Platin (für über 1,5 Mio. ausgelieferte Exemplare), in Großbritannien mit fünffach Platin (ebenfalls 1,5 Mio. Exemplare), in Gesamt-Europa mit siebenfach Platin (über 7 Mio. Exemplare) und in den USA mit vierfach Platin (4 Mio. Exemplare) ausgezeichnet. Fünf Singles wurden ausgekoppelt. Erst im Ende Mai 1999 war es für Madonna und ihre Plattenfirma Zeit, mit der Single "Beautiful Stranger" einen völlig neuen Song zu veröffentlichen. Dieses eingängige, vom 60er Jahre Psychedellic-Sound inspirierte, aber im typischen William Orbit-Elektronik-Sound produzierte Lied begleitete den Mike Myers Kultfilm "Austin Powers". Obwohl der Film gerade in den USA ein Riesenerfolg wurde, das Lied in den amerikanischen Radiostationen häufig gespielt wurde und die Single im Rest der Welt zum Hit wurde, verzichtete Warner Music darauf, die Single in den USA zu verkaufen.

The next best thing

Im Vergleich zu den zahlreichen Singles, Videoclips und Promotion-Tours des Jahres 1998 wurde es 1999 etwas ruhiger um Madonna. Sie verschwand allerdings nicht völlig aus den Medien. Während "Beautiful Stranger" im Frühjahr zum Single-Hit avancierte, begab sich Madonna erstmals seit "Evita" erneut vor die Filmkamera. Unter der Regie von John Schlesinger ("Asphalt Cowboy") drehte sie zusammen mit ihrem Freund, dem Briten Rupert Everett die melancholische Komödie "The next best Thing". Dabei gab sie - wie bereits 1995 für "Evita" und 1998 für die geplante, aber niemals realisierten Verfilmung des Musicals "Chicago" - erneut für ihre Filmkarriere die Pläne für eine Welttournee auf.
Privat hatte sie nach der Trennung von Andy Bird eine sich über Monate langsam entwickelnde Beziehung mit dem britischen Filmregisseur Guy Ritchie begonnen. Trudy Styler, die Ehefrau des Popstars Sting, hatte die beiden miteinander bekannt gemacht. Und im Zuge der Liebe zu einem Briten fand es Madonna zu dieser Zeit plötzlich schick, mit einem britischen Akzent zu sprechen. Unter anderem tat sie dies beim Dreh des Films "The next best thing", obwohl dessen Handlung in San Francisco spielte.
Die Einnahmen für das Jahr 1999 konnte Madonna nicht nur durch Film und Musik bestreiten, sie war auch die offizielle Werbe-Prominenz für die Kosmetikfirma "Maxx Faktor" (in Deutschland bekannt unter "Ellen Betrix"). In Werbespots und -anzeigen für Make-up spielte Madonna sich selber und konnte im Werbefernsehen und in Zeitschriften bewundert werden. Zum Jahresende wurde es dann ruhiger um Madonna. Sie zog sich sowohl ins Privatleben als auch ins Plattenstudio, wo sie zwei Lieder für den Soundtrack zum Film "The next best thing" aufnahm, zurück. Für den Rest des Soundtrack-Albums wählte sie persönlich die Songs von mehreren ihrer eigenen Favoriten aus. Dabei handelte es sich, bis auf die Newcomerin Christina Aguilera, ausschließlich um europäische Künstler.


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Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:02:04 Uhr.

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