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Auf dem Gipfel des Erfolges – The Queen of Pop

True Blue

Madonnas "New Look"

Erste radikale optische Wandlung


Trotz ihres immensen Erfolges wurde Madonna noch 1985 von höhnischen Kritikern als "Eintagsfliege" bezeichnet. Doch allen Unkenrufen zum Trotz ging es 1986 unaufhaltsam weiter. Nach einer etwa halbjährigen Hitparaden-Pause, während der sie u.a. mit ihrem frisch angetrauten Mann Sean Penn in Flitterwochen ging und gemeinsam mit ihm turbulente und strapaziöse Dreharbeiten für den Film "Shanghai Surprise" durchlebte, meldete sich Madonna im Frühjahr/ Sommer 1986 mit neuem Songmaterial und drastischem Image-Wechsel zurück.

Madonna hatte erstmals bei allen Liedern eines Albums an Texten, Komposition und Produktion mitgewirkt. Ihre Mitstreiter auf dem entstehenden Album waren Patrick Leonard, der schon die musikalische Leitung ihrer "Virgin Tour" übernommen hatte, und ihr langjähriger Weggefährte Stephen Bray. Durch dieses Team waren die Produktionskosten des neuen Werks mit dem Titel "True Blue" deutlich geringer als bei "Like a Virgin", bei dem noch teure Star-Produzenten und Songmaterial "eingekauft" werden mussten. Musikalisch steuerte das Produzenten-Trio das Album in eine poppigere, melodiösere und weniger von schwarzen Disco- und Funk-Sounds geprägte Richtung als die ersten beiden Madonna-Alben. In vielen Liedern spiegelt sich wider, dass sie während der Entstehung des Albums wahnsinnig verliebt in Ihren Ehemann war. So sang sie von unschuldiger Liebe ("True Blue"), einer romantisch-schönen Insel ("La isla bonita") und "Love makes the world go round". Gedankenvoll-melancholisch war sie demgegenüber in "Live to Tell", das von vielen Kritikern - neben "Papa don't preach" - als das beste Lied auf dem Album betrachtet wird.

Bereits zu dieser Zeit verstand es Madonna besser als andere Kollegen, dass es immer wichtiger wurde, sich auch als Popkünstler als "Marke" aufzubauen. Die Marke "Madonna" stand in der Folgezeit für die unerreichbare, aufsehenerregende platinblonde "Queen of Pop" mit häufig wechselnden Frisuren, Stylings und Pop-Stilen sowie perfekten Videoclips. Nichts konnte ihren Status als "Queen of Pop" der 80er Jahre besser symbolisieren als das berühmte, von Herb Ritts fotografierte Cover ihrer neuen LP: dort präsentiert sie sich vor königsblauem Hintergrund mit majestätisch-emporgerichtetem Haupt. Ihre Karriere war weltweit auf dem Gipfel!

Latino Outfit

passend zum Latino-Pop ihrer 1987er Hits

"True Blue" verkaufte sich bereits in den ersten sechs Monaten 11 Mio. mal. Es kam ins Guinnes Buch, da es die Nr. 1 in 28 Ländern wurde. Insgesamt hatte Madonna Ende 1986 bereits 25 Millionen Exemplare ihrer ersten drei Alben verkauft. In keinem der drei Jahre 1985/86/87 konnte irgendein Star oder eine Band mehr Tonträger verkaufen und für mehr Publicity sorgen als Madonna. 1986 schaffte sie es als erster weiblicher Star, weltweit sowohl die meisten Alben als auch die meisten Singles zu verkaufen. Mit den Singles aus dem True Blue-Album (Live to Tell, Papa don’t preach, True Blue, Open your Heart und La isla Bonita) und aus dem Soundtrack "Who’s that girl" (Who's that girl, Causing a Commotion und The Look of Love) gelang es Madonna, dass sie in jedem Quartal einen neuen weltweiten Top-5-Hit hatte. Bis zum Jahr 2007 sollte sich ihr Album "Like a virgin" 20 Mio. mal, und "True Blue" 21 Mio. mal verkaufen. Zwischen 1984 und 1989 hatte Madonna mehr aufeinanderfolgende Top Five-Hits in den USA und England als zuvor Elvis oder die Beatles. So viele Superlative verschafften ihr bereits 1987 einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde als "erfolgreichste Sängerin aller Zeiten".

Who's that Girl?

Madonna im Korsett

Auf ihrer Welttournee 1987

Doch nicht nur zahlreiche Hits und hohe Verkaufszahlen, sondern auch ihr neues Outfit und ihr neues Image sorgten 1986 für großes Aufsehen. Madonna hatte ihren optischen Stil drastisch verändert von flippig zu elegant, weshalb sie oft als Marilyn Monroe der 80er Jahre bezeichnet wurde. Fortan war jedes Video von einem äußerlichem Stilwandel begleitet, wovon die Medien in dieser Zeit immens viel berichteten. In den Jahren 1985 bis 1992 gelang es keinem anderen Star, durch seine Outfits und Frisuren mehr Aufmerksamkeit zu erhalten und auf mehr Zeitschriften-Covern zu erscheinen.
Zu einem Triumph wurde im Sommer 1987 Madonnas dreimonatige "Who's that Girl"- Welttournee, bei der sie in Japan, den USA und Europa auftrat. Statt in Konzerthallen spielte die Tochter eines Automechanikers mittlerweile in den größten Stadien der Erde.
Erstmalig gehörten die Background-Sängerinnen Nikki Harris und Donna DeLory zu den Tourmitgliedern.

Schatten im Licht

Madonna in "Who's that girl"

Weniger reibungslos als die Karriere als neue Popikone verlief ab dieser Zeit allerdings ihre Ehe mit Sean Penn, über die ständig in den Medien berichtet wurde. Im Gegensatz zu Madonna, die Publicity als karrierefördernd betrachtet, kam ihr Ehemann mit der ewigen Verfolgung durch Journalisten absolut nicht klar und reagierte mit Wut- und Gewaltausbrüchen. Einer davon führte dazu, dass er - während Madonna auf Tour war - 33 Tage in Los Angeles im Gefängnis verbringen musste. Hielten die beiden während der chaotischen und strapaziösen Dreharbeiten von "Shanghai Surprise" Anfang 1986 noch zusammen "wie Pech und Schwefel", so entwickelten sie sich spätestens ab 1987 in unterschiedliche Richtungen. Auf der einen Seite stand ein aufbrausender und unberechenbarer Vollblut-Künstler, dessen Ablehnung des Medienrummels sich immer mehr zu Hass entwickelte. Auf der anderen Seite stand der damals größte Popstar der Welt, der genau durchschaut hatte, dass dieser Ruhm nur mit dem höchsten Maß an Ehrgeiz, Professionalität und Publicity aufrecht erhalten werden konnte. Zu einer Scheidung der beiden kam es trotz zahlreicher Gerüchte Ende 1987 noch nicht, allerdings stürzte sich Madonna kurzzeitig in eine Affäre mit John F. Kennedy junior.
Auch Madonnas Filmkarriere verlief alles Andere als reibungslos: Madonna hat auf der Leinwand bis heute mehr Flops als Erfolge unter ihren rund 20 Filmen zu verbuchen, und dafür zeigten sich vor Allem die Misserfolge in den Jahren 1986/87 verantwortlich. Insbesondere "Shanghai Surprise" (1986), der von George Harrisons Filmgesellschaft Handmade Films produziert wurde, endete als Deseaster. Andy Warhol, der Madonna in seinen letzten Lebnsjahren beruflich und privat nahe stand, äußerte sich sinngemäß über den Film, er selber sei zwar der einzige im Kino gewesen sei, der wach geblieben sei, aber Madonna habe darin hervorragend ausgesehen. Auch "Who's that Girl" (1987) wurde verrisen und floppte.
Von weiteren Schauspiel-Projekten konnte Madonna durch die Flops nicht abgehalten werden. Bereits im Winter 1987/88 stand sie erneut vor der Kamera. Dieses mal mit Matt Dillon und Jennifer Grey im Film "Bloodhounds of Broadway". Doch auch mit dieser vielversprechenden Besetzung wurde es kein Erfolg. Der Film wurde mangels Beachtung und Erfolg vom Spielfilm zum Fernsehfilm "degradiert".


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Änderung

Letzte Änderung am Sonntag, 16. Januar 2011 um 15:01:52 Uhr.

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